Systemvergleich

Pfandsystem vs. Gelbe Tonne

Zwei Wege, das gleiche Material zu recyceln. Einer kostet ein Vielfaches — für minimalen Mehrwert.

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Pfandsystem

Einwegpfand seit 2003

Rückgabequote 98,5%
Pfandschlupf ~180 Mio. €/Jahr
Zeitaufwand/Haushalt ~8h/Jahr
Separate Logistik Ja
Lagerplatz nötig Ja
Infrastruktur 140.000+ Automaten
CO2 Logistik Hoch (Separattransport)
Verbraucher-Komfort Gering
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Gelbe Tonne

Duales System seit 1991

Verwertungsquote Kunststoff 68,9%
Jährliche Kosten In Verpackungslizenz enthalten
Zeitaufwand/Haushalt ~30 Sek. (Tonne rausstellen)
Separate Logistik Nein (integriert)
Lagerplatz nötig Nein (Tonne draußen)
Infrastruktur Bestehende Abfallwirtschaft
CO2 Logistik Niedrig (gebündelt)
Verbraucher-Komfort Hoch

45%

Nur 45% der PET-Flaschen werden wieder zu Flaschen

Die Rückgabequote von 98,5% klingt beeindruckend. Aber "zurückgegeben" heißt nicht "wieder zur Flasche recycelt". Bottle-to-Bottle-Recycling liegt bei nur 45%. Der Rest wird zu Fasern, Folien oder verbrannt.

Die Logistikketten im Vergleich

Pfandsystem — 7 Schritte

Kauf im LadenZuhause lagernZum Supermarkt transportierenAm Automaten anstehenFlaschen einwerfenRücknahme-LogistikRecycling

Gelbe Tonne — 4 Schritte

In Gelbe Tonne werfenAbholung durch EntsorgungSortieranlageRecycling

Jeder zusätzliche Schritt bedeutet zusätzlichen Transport, zusätzliche Energie und zusätzliche CO2-Emissionen.

Die Industrie kann das längst

Jedes Material das über das Pfandsystem gesammelt wird, hat bereits einen funktionierenden Sammel- und Sortierweg. Das Pfandsystem ist eine teure Parallellösung für ein gelöstes Problem.

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PET-Flaschen

Moderne Sortieranlagen erkennen PET per Nahinfrarot-Spektroskopie (NIR) in Sekundenbruchteilen. Die Anlage scannt jedes Stück auf dem Förderband, identifiziert PET, HDPE, PP und alle anderen Kunststoffarten und trennt sie automatisch per Druckluft.

Ergebnis: PET aus der Gelben Tonne wird genauso erkannt und sortiert wie PET vom Automaten.

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Glasflaschen

Deutschland hat ein flächendeckendes Altglas-System mit Containern an praktisch jeder Straßenecke. Recyclingquote: über 88%. Glasflaschen mit Pfand müssen trotzdem zum Supermarkt — obwohl der Altglas-Container näher, schneller und genauso effektiv ist.

88%+ Recycling OHNE Pfand. Der Altglas-Container existiert bereits.

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Dosen (Alu/Stahl)

Aluminium wird per Wirbelstromabscheider, Stahl per Magnet sortiert — beides vollautomatisch. Selbst wenn eine Dose im Restmüll landet: In der Müllverbrennungsanlage wird Metall aus der Schlacke extrahiert. Metall geht praktisch NIE verloren.

Metall wird so oder so recycelt — mit oder ohne Pfand.

Fazit: Alle drei Materialien — PET, Glas, Metall — haben funktionierende industrielle Sortierwege. Das Pfandsystem ersetzt nicht fehlende Technik, sondern dupliziert bestehende Technik mit einer parallelen Infrastruktur aus 140.000+ Automaten, separater Logistik und Milliarden-Kosten. Der Verbraucher macht die Arbeit, die eine Maschine in der Sortieranlage schneller, billiger und zuverlässiger erledigt.

Energiebilanz

Das Pfandsystem erfordert eine separate Logistikkette: Vom Verbraucher zum Supermarkt, vom Supermarkt zum Zähler/Kompaktierungszentrum, von dort zum Recycler. Das sind drei Transportschritte — zusätzlich zu den Fahrten die der Verbraucher zum Supermarkt macht.

Die Gelbe Tonne wird direkt vor der Haustür abgeholt, gebündelt zur Sortieranlage gefahren und dort verarbeitet. Ein Transportschritt, integriert in die bestehende kommunale Logistik.

Hinzu kommt die Energie für die Rücknahmeautomaten selbst: Über 140.000 Geräte die rund um die Uhr laufen, scannen, kompaktieren und kühlen. Der Stromverbrauch wird auf den Gesamtenergiebedarf einer Kleinstadt geschätzt.